Dani Gebert. Autor
Historische Geschichten aus der Schweizerischen Eidgenossenschaft.


JOHANN RDUOLF WETTSTEIN UND DIE UNABHÄNGIGKEIT DER EIDGENOSSENSCHAFT 1648:

Im Jahr 1648 wurde die Eidgenossenschaft im Zuge des Westfälischen Friedens formell von der Oberhoheit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation entbunden. Eine Schlüsselrolle in diesem historischen Prozess spielte Johann Rudolf Wettstein, Bürgermeister von Basel.

Obwohl zunächst nicht eingeladen und auch nicht offiziell legitimiert durch die Eidgenossenschaft, nahm Wettstein aus eigenem Antrieb an den Verhandlungen teil, die zur Beendigung des Dreissigjährigen Kriegs (1618–1648) und des Achtzigjährigen Unabhängigkeitskriegs der Niederlande führten.

Dank ausdauernder, kluger und diplomatisch geschickter Verhandlungen gelang es Wettstein, die Loslösung der Eidgenossenschaft vom Reich herbeizuführen. Erst nach seiner Rückkehr in die Heimat erhielten seine Bemühungen nachträgliche Billigung durch die Tagsatzung. Die Verträge wurden am 24. Oktober 1648 in Münster unterzeichnet. Damit wurden die eidgenössischen Orte (Stände) völkerrechtlich als souveräne, unabhängige Staaten anerkannt – ein bedeutender Meilenstein in der Schweizer Geschichte.

Wettstein blieb auch in der Folge eine einflussreiche politische Figur. Im Bauernkrieg von 1653 war er maßgeblich an der Hinrichtung von sieben Anführern in der Basler Landschaft beteiligt – ein umstrittenes Kapitel seiner Amtszeit.

Johann Rudolf Wettstein verstarb 1666 in Basel. Er gilt als einer der fähigsten Staatsmänner seiner Epoche, zugleich aber auch als bedeutender Vertreter absolutistischer Tendenzen innerhalb der Eidgenossenschaft.

Sein Andenken wird bis heute im Basler Stadtbild bewahrt: Die Wettsteinbrücke über den Rhein, eröffnet 1881, trägt seinen Namen. Auf der Kleinbasler Seite befinden sich zudem der Wettsteinplatz, die Wettsteinstrasse sowie die Wettsteinallee.

In seinem ehemaligen Wohnhaus, dem Wettsteinhaus in Riehen, ist seit 1972 das Spielzeugmuseum sowie das Dorf- und Rebbau-Museum untergebracht.

Eine Randnotiz: Sein Sohn, Johann Rudolf Wettstein, war als Theologe und Bibliothekar tätig, sein Enkel desselben Namens wurde als Philologe und Theologe bekannt.

Textquelle: Historisches Lexikon der Schweiz / Wikipedia
Bildquelle: Jahrbuch z’Rieche

 
 
 
 
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