DIE BÖSE FASNACHT IN BASEL 1376:
Am Dienstag 26. Februar 1376 vor Aschermittwoch hielt der 25-jährige Reichsvogt von Basel, Herzog Leopold III. von Habsburg mit zahlreichen Anhängern ein Turnier beim Grossbasler Münster ab, nachdem sich in Kleinbasel kein geeigneter Platz für diese traditionelle fasnächtliche Veranstaltung finden ließ.
Während des Turniers gerieten die Ritter mit ihren Pferden mehrmals in die Zuschauer & warfen ihre Speere leichtsinnig ins Publikum. Dieser Übermut der Ritterschaft reizte die aufgebrachten Bürger derart, dass es zu Tumulten kam.
Die angestachelte Menge eilte zu den Zunfthäusern, bewaffnete sich & griffen danach die Habsburger Gesellschaft an. Mehrere Angehörige des Adels wurden getötet. Ein Grossteil der Ritterschaft floh in den Eptingerhof an der Rittergasse. Herzog Leopold konnte nur knapp in einem Kahn nach Kleinbasel fliehen, während gut Fünfzig Adelige kurzfristig in die Gewalt der Bürger kam.
Basler Ratsherren beruhigten die Menge & beendeten den Aufruhr bevor weitere Adlige zu Schaden kamen. Das Heikle war nicht die Tatsache, dass Menschen zu Tode kamen, sondern, dass gemeine Bürger und Zünftige es gewagt hatten, den hohen Adel bewaffnet herauszufordern. Der Ausgang der Ausschreitungen war für Herzog Leopold eine tiefe Verletzung des adeligen Standesbewusstseins.
Der städtische Rat erklärte «fremdes Volk und böse Buben» verantwortlich & liess zwölf angebliche Rädelsführer auf dem heutigen Marktplatz enthaupten. Der Herzog ergriff jedoch die Gelegenheit, die Bürgerschaft insgesamt zur Verantwortung zu ziehen & schaffte es auf sein Drängen hin, dass der König die Reichsacht über Basel verhängte & so von der Aussenwelt abgeschnitten wurde.
Das Abkommen vom 9. Juli 1376 in Hall in Tirol zwischen Stadt & Herzog legte den Streit bei, fiel aber höchst ungünstig für Basel aus. Es musste Leopold von nun an Dienstfolge wie andere habsburgische Städte leisten & einen Schadenersatz von 8’000 Gulden zahlen.
BILD: Leopold III. von Habsburg flüchtet mit gepanzertem Pferd über die Turnierschranken.
Textquelle: Wikipedia / Altbasel. ch / Buch: „13 wahre Geschichten“ von Alex Capus
Bildquelle: gemaeldeundgrafik. de, Anton Ziegler Wien 1837
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