Dani Gebert. Autor
Historische Geschichten aus der Schweizerischen Eidgenossenschaft.


DER TIERPROZESS IN BASEL 1474:

Anno 1474 wird berichtet, dass in Basel ein Hahn hingerichtet worden sei, weil er ein Basiliskenei gelegt habe.

Basilisken wurden oft als mystische Mischwesen halb Hahn, halb Schlange dargestellt. Die Furcht über dieses Wesen war gross. Ein blosser Blick des Basilisken sei tödlich. Der Stahl der Augen sei so scharf, dass selbst das härteste Gestein zersprenge. Sein Atem pures Gift. Gebüsch und Gras über welches er hinwegschreite, sofort verdorre. 

Als Beispiel für die Kraft seines innewohnenden Giftes gab man an, dass, wenn einer zu Pferd ein solches Wesen mit einer Lanze durchstäche, tot zu Boden stürze. Augenblicklich zucke das Basilisken-Gift durch Lanze, Reiter und Ross und töte auf der Stelle beide.

Um einen Basilisken zu töten gab es nur ein Mittel: Man musste ihm einen Spiegel vorhalten, damit er sich selbst erblickt. Geschah dies, so fiel er sofort tot um. 

Der Basler Kaplan Johannes Knebel, welcher damals selbst in Basel lebte berichtete, dass im Jahr 1474, am Donnerstag, dem 4. August, in der Stadt Basel ein 11-jähriger Hahn ein langes Ei legte, was unnatürlich war. Der Hahn wurde, zusammen mit dem Ei der Stadtwache abgeliefert. Der seltene Vorfall versetzte die Menschen in hellen Schrecken, glaubten sie doch fest daran, dass aus einem solchen Hahnenei ein Basilisk krieche. Sofort wurde der Hahn und sein Ei unter Beisein von viel Volk in einem ordentlichen Prozess zum Tode verurteilt. Der Henker schnitt dem Tier zuerst den Kopf ab und öffnete danach dessen Körper. Zwei weitere längliche Eier wurden gefunden. Das tote Tier und dessen Eier wurden anschliessend auf dem Kohlenberg in Basel öffentlich in Anwesenheit von vielen Frauen und Männern verbrannt.

Wie eine alte Chronik berichtet, soll bei der Gründung der Stadt Basel ein Basilisk in einer Höhle beim jetzigen Gerberbrunnen gewohnt haben und so zu seinen Wappenehren gekommen sein.

Der Basilisk ist heute aus dem Basler Stadtbild kaum mehr wegzudenken.


BILD: Schild der Stadt Basel mit einem Basilisken als Schildhalter, Holzschnitt des Meisters DS (vermutlich Daniel Schwegler).

Bildquelle: Wikipedia
Textquelle: Wikipedia / basilisk-basel .ch

 
 
 
 
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