Dani Gebert. Autor
Historische Geschichten aus der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Die Geschichte der Schweiz

- KANTON AARGAU -

Wappen Kanton Aargau:

Das Wappen des Kantons Aargau ist in Schwarz und Blau gespalten. Links drei weisse (heraldisch: silberne) Wellen und rechts drei gestellte weisse fünfstrahlige Sterne.

 

Nach der Einführung der Mediationsakte 1803 durch Kaiser Napoléon Bonaparte forderte er vom neu gebildeten Kanton Aargau ein eigenes Kantonswappen.

Am 20. April 1803 legte Samuel Ringier aus Zofingen auftragsgemäss der aargauischen Regierung einen Entwurf vor. Abgesehen von einigen Details wird das Wappen heute noch so verwendet.

 

Da zeitgenössische Aufzeichnungen über die Bedeutung des Wappens nicht überliefert sind, haben sich vier Deutungen entwickelt; eine Mythische, eine Volkstümliche und zwei Historische.

 

Mythische Deutung:

Die Gestaltung des Wappens verweist auf die vier Elemente. Das schwarze Feld steht für Erde, das blaue Feld für Luft, die Wellenbalken für Wasser und die Sterne für Feuer.

 

Volkstümliche Deutung:

Die linke Schildhälfte mit den Wellenbalken steht für den Aare-Gau, also gesamthaft für den Aargau. Die drei Sterne in der rechten Schildhälfte für die brüderliche Vereinigung der drei Konfessionen: katholisch, reformiert und jüdisch.

 

Erste historische Deutung:

Das schwarze Feld stellt den Kanton mit der Aare als Ganzes dar. Die Sterne im blauen Feld verweisen auf die während der Helvetik eigenständigen Kantone Berner-Aargau, Baden und Fricktal.

 

Zweite historische Deutung:

Das linke Feld repräsentiert den von der Aare durchflossenen Berner-Aargau. Andere sehen in den drei Wellen die drei grössten Flüsse im Aargau: Aare, Reuss, Limmat. Schwarz symbolisiert hierbei den dunklen fruchtbaren Boden, bestens geeignet für die Landwirtschaft.

Die drei weissen (heraldisch silbernen) Sterne im blauen Feld repräsentieren die Grafschaft Baden, die Freien Ämter und das Fricktal, oder aber das Berner-Aargau, das Fricktal und die gemeinen Herrschaften Grafschaft Baden und Freiamt.

Die Farbe Blau symbolisiert den Wasserreichtum des Kantons Aargau.

 

Die Anordnung der drei Sterne wurde nicht festgelegt. Erst 1930 wurde die Anordnung der Sterne dann auf 2-1 per Dekret festgelegt.

 

BILD: Wappen des Kantons Aargau

 Bildquelle: Wikipedia

Textquelle: suhr.educanet2. ch / Wikipedia

Die Belagerung von Bremgarten 1443:

1415 hatte Bremgarten mit Zürich einen Burgrechtsvertrag abgeschlossen und stand deshalb während des Alten Zürichkriegs auf Seiten der Zürcher und der Habsburger.


Am 30. Mai 1443 besetzten die Innerschweizer Orte die Stadt und die adeligen Bewohner flohen nach Zürich. Die Innerschweizer machten Bremgarten das Angebot, sich als gleichberechtigtes Mitglied der Eidgenossenschaft anzuschliessen.


Die Bremgarter lehnten dies ab, da sie mehrheitlich noch immer zu den Habsburgern hielten und von der Dauerhaftigkeit der Eidgenossenschaft nicht überzeugt waren.


Nach der Ablehnung des eidgenössischen Angebots, sich als selbstständiger Ort der Eidgenossenschaft anzuschliessen, wurde Bremgarten 1443 belagert und eingenommen.


1450 bestätigten die achtörtige Eidgenossenschaft (Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zürich, Zug, Bern und Glarus) der Stadt im Wesentlichen die 1415 festgelegten Rechtsverhältnisse. Mit dem für Zürich und die Habsburger ungünstigen Ausgang des Alten Zürichkriegs blieb die Vorherrschaft der Eidgenossen bestehen.


BILD: Die Bremgarter Bevölkerung erbauen eine Palisade an der Reuss, zur Abwehr gegen die Eidgenossen. Dargestellt in der Chronik von Werner Schodoler.

Textquelle: Wikipedia / Historisches Lexikon der Schweiz

Bildquelle: Wikipedia

Aarau – Kupferstich und Beschreibung von Matthäus Merian (1642)

Im Jahr 1642 veröffentlichte der berühmte Kupferstecher und Verleger Matthäus Merian der Ältere (*1593 in Basel; †1650 in Langenschwalbach) seine umfassende Topographiensammlung Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae. Darin findet sich auch eine detailreiche Ansicht der Stadt Aarau, begleitet von einer zeitgenössischen Beschreibung:


„AARAU: Dies ist zwar eine kleine, aber lustige und wohlerbaute Freistadt unter dem Schutz der Stadt Bern, zur rechten Seite des Flusses Aare und eine grosse Meile unterhalb Aarburg gelegen. In alter Zeit gehörte es zur Grafschaft Rore, und es hat ein Schloss. Die Stadt wird durch einen Schultheissen regiert. Die Burg nahe bei der Stadt, an der Aare gelegen, wird Alter Turm genannt und ist vor Jahren ein adeliger Sitz gewesen. Es kommen hier die vier reformierten eidgenössischen Städte oft zusammen.“


Merians Beschreibung gibt einen aufschlussreichen Einblick in die damalige politische und topografische Situation der Stadt. Aarau wird als kleine, aber lebendige und gut ausgebaute Freistadt dargestellt – gelegen am rechten Ufer der Aare, rund eine Meile unterhalb von Aarburg. Historisch gehörte das Gebiet zur Grafschaft Rore, später kam es unter die Schirmherrschaft der Stadt Bern.


Die Stadt selbst war von einem Schultheissen regiert, während die nahe gelegene Burg an der Aare, der sogenannte Alte Turm, bereits damals als früherer adliger Sitz galt. Besonders hervorgehoben wird Aarau auch als Versammlungsort der vier reformierten eidgenössischen Städte, was die Bedeutung des Ortes im religiösen und politischen Gefüge der Zeit unterstreicht.


Der zugehörige Kupferstich zeigt Aarau mit seinen charakteristischen Befestigungsanlagen, Giebelhäusern und der markanten Lage an der Aare – ein eindrückliches Zeugnis frühneuzeitlicher Stadtansichten und zugleich ein historisches Dokument von bleibendem Wert.


BILD: Städtchen Aarau nach Matthäus Merian, 1642


Bild- & Textquelle: Matthäus Merian – Die schönsten Städte der Schweiz, Hoffmann und Campe Verlag, 1965

 
 
 
 
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